| Der Orkan Kyrill oder die etwas andere Vorstandssitzung |
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| Geschrieben von: Admin |
| Donnerstag, 04. Januar 2007 um 18:35 Uhr |
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Angesagt waren ja beide, zum einen die Vorstandssitzung unseres Stammes und zum anderen der Orkan Kyrill. Am Nachmittag des 11.Januar 2007 blies der Wind schon ganz heftig und so gegen 17.00 Uhr machten sich Colin und Yogi auf den Weg, aus Krefeld in den Forstwald zu fahren. Norbert, Jan und Katrin sollten gegen 20.30 Uhr hinzu stoßen. Um 18.30 Uhr überlegten wir kurz, noch schnell in einen Laden zu fahren, in dem es „all die“ vielen Sachen gibt. Bis zur Haustüre kamen wir ja alle Problemlos, aber als die geöffnet wurde flog diese nach außen auf und wir standen unter unserem Vordach und hörten es ständig krachen und bersten, der Strom flackerte mehrfach, der Regen schlug uns waagerecht entgegen, es war schlichtweg unheimlich. Unsere beiden Tonenten hatten ihren ersten Flug hinter sich gebracht und waren unsanft aber ohne Blessuren im Garten wieder gelandet. Nach kurzer Diskussion fand sich plötzlich keiner mehr, der einkaufen wollte. Durch das krachen und bersten ahnten wir ja fürchterliches und wir warteten den gröbsten Sturm ab und wollten dann das Pfarrgelände auf Schäden überprüfen. Auf dem Weg dort hin sahen wir schon in den Gärten große Bäume liegen und bis zum Pfarrheimgelände kamen wir auch nur mit Kletterübungen über eine auf der Straße An-Maria Waldrast liegende große Birke, die einmal vor unserem Pfarrheim stand. Die Straße war dicht, ebenso wir die Haustür und Garage einer Nachbarin, die direkt neben dem Pfarrheim wohnt. Beschädigt war weiter nichts bis auf den zertrümmerten Zaun und das Zeitungsrohr der Nachbarin. In der Dunkelheit kamen nun immer mehr Nachbarn auf die Straße um nach Ihrem Heim und den dazugehörenden Bäumen zu sehen. Kurz wurde beraten, der Sturm blies nur noch böig und nicht mehr mit der vorherigen Intensität und so beschlossen wir kurzerhand mit einigen Nachbarn, den Baum zu zersägen und die Straße frei zuräumen. Jan und Katrin hatten kurz gemeldet, dass sie nicht mehr in den Forstwald kämen, Norbert wurde über seiner Frau Renate mitgeteilt, das unsere Vorstandssitzung nun in eine Baum-räumaktion umgewandelt wurde und er nicht daran teilnehmen müsse. Kettensäge und Zubehör wurden geholt und die Straßen frei geschnitten. Die umstehenden Bäume wurden beobachtet, um nicht doch durch einen Umsturz gefährdet zu werden. Plötzlich tauchte ein Fahrzeug auf und ein uns fremder Mann fragte nach der Straße An-Maria Waldrast, die er schon eine halbe Stunde suche. Wir sagten ihm, er hätte sie gefunden, dann fragte er nach dem Pfarrheim der kath. Kirche. Auch hier bestätigten wir, dass er dieses gefunden hätte. Er bedankte sich und fuhr wieder fort. (Wir haben uns alle nur etwas fragend angesehen und dann weiter gearbeitet.) Es kamen immer mehr Nachbarn und es wurden Getränke gereicht und die Stimmung war irgendwie so, „in der Not halten doch alle zusammen“. Colin und Christoph wurden dann als Kundschafter ausgeschickt, um das restliche Pfarrgelände zu untersuchen. Sie kamen zurück und meldeten, das die Hermann-Schumacher-Straße dicht sei und ebenso der Elsternweg bis zu den Pfarrgaragen. Vor den Garagen lagen zwei große Tannen, somit konnte keiner mehr aus diesen heraus. Da wir noch Benzin in der Säge hatten, beschlossen wir auch hier einzugreifen und die Garagen freizuschneiden, so dass am nächsten Morgen alle wieder an ihre Fahrzeuge kommen konnten. Die beiden umgestürzten Bäume haben unseren Pfadfinderanhänger und ein daneben stehendes Fahrzeug nur ganz kurz verfehlt. Die Feuerwehr kam uns dann entgegen und hat die weiteren auf den Straßen liegenden Bäume zersägt. Nun war unser Sprit alle und wir wurden von einem netten Nachbarn auf ein Bier in die Gaststätte zu Huy eingeladen. Beim Bier, das übrigens eines der Besten war, was wir in den letzten Jahren getrunken haben, wurde beschlossen, den Rest der Leiterrunde zu alarmieren und am Samstag dann gemeinsam zu frühstücken und anschließend die Reste der Sturmnacht zu beseitigen. Der Beschluss wurde umgesetzt und den ganzen Samstag wurde weiter gesägt und Baumreste abgefahren. Die Bäume haben wir auf unser Pfadfindergrundstück gefahren um sie dort dann zum Osterfeuer mit der ganzen Gemeinde zu verbrennen. Es war ein schönes Gefühl, zu spüren, dass in der Not die Nachbarn und natürlich auch die Pfadfinder da sind, um zu helfen. Aber wie sagte ja Baden Powell, „verlasst die Welt ein bischen besser als ihr sie vorgefunden habt“. Als Mitbegründer unseres Pfadfinderstammes und Nachbar der Kirchengemeinde bin ich doch ein Stück stolz auf unsere Pfadfinderleiter und auch auf die Nachbarschaft um unsere Kirche. Bedanken möchten wir uns, die Pfadfinderleiter und sicherlich auch die Nachbarn beim lieben Gott, der uns ganz bestimmt in dieser Nacht beschützt hat. Yogi Eßer |


