Stufenlager Pfadistufe 2007 - Schweden PDF Drucken
Geschrieben von: Admin   
Montag, 04. Juni 2007 um 12:37 Uhr
Bannerklau mit Hindernissen


Dieses Jahr war die Pfadfinderstufe des Stammes Forstwald im Stufenlager in Schweden.
Ein kompletter Bericht würde den Rahmen des Pfarrbriefes um einiges sprengen, daher berichten wir hier nur von der lustigen Bannerklauaktion.

Nach einer alten Tradition in der Pfadfinderei ist es gang und gäbe anderen Pfadfindergruppen, die auf  benachbarten Zeltplätzen lagern das Banner zu klauen um dies dann anschließend wieder einzutauschen.
Den Stamm, den wir uns dafür ausgesucht haben, kennen wir schon längere Zeit. Das machte das ganze besonders attraktiv. Sie waren mit 35 Personen auf dem Lager, wir nur mit 8. Ebenfalls eine Tatsache, die dem ganzen einen besonderen Reiz gab.
Wir sprachen mit ihnen ab, dass wir ihr Banner klauen dürfen und sie dafür unseres. Dann gingen ein paar Tage ins Land.

Eines morgens, nichts böses ahnend, wachten wir auf und stellten verblüfft fest: Da fehlt irgendetwas....
Es war nicht bloß das Banner, sondern gleich der komplette Bannermast verschwunden.
Schnell sind wir zu dem Platz des anderen Stammes gegangen und fanden dort auch unseren Bannermast – fein säuberlich, mitten auf dem Platz, aufgebaut.
Das einzige Problem an der ganzen Sache war, dass eins der beiden Banner fehlte.

Wir haben nicht lange überlegt und den Bannermast kurzerhand abgebaut und mitgenommen.
Zurück auf dem eigenen Platz wurde er fix zerlegt und ordentlich weggeräumt. Nichts erinnerte mehr an das Vorhandensein eines handelsüblichen Bannermastes.
Als wir zurückgegangen waren um den anderen Stamm zu fragen, wo denn unser Banner sei, haben wir sie schlafend in ihrer Jurte gefunden...
...zusammen mit ihrem eigenen Gründungsbanner, welches wir kurzerhand mitgenommen und versteckt haben.
Anschließend sind wir erneut zurückgegangen und haben sie geweckt um mal zu fragen, wo denn unser Bannermast sei.
Die verwirrten Gesichter beim Anblick des leeren Platzes, wo mal unser Banner stand, waren Gold wert!

Sie meinten, sie hätten zwar den Bannermast und ein Banner mitgenommen, wo das andere ist wüssten sie jedoch nicht. Wo dann letztendlich der Bannermast ansich hin ist, wussten sie ebenfalls nicht. Sie versprachen jedoch, sich darum zu kümmern und ihn zu suchen.

Einen Tag später bekamen wir das bisher völlig verschollene zweite Banner von einem anderen Stamm, dem wir unseren Spaten geliehen hatten, in Alufolie verpackt und mit Schleifchen zurück.

Dem Stamm, der unser Banner hatte erzählten wir erst mal nichts davon.
Am nächsten Tag klärten wir das ganze auf und verrieten ihnen auch, dass wir ihr Banner haben, welches sie mittlerweile auch vermissten.

Bevor wir es ihnen zurückgeben wollten, hatten wir uns überlegt, dass sie uns dafür doch einmal Frühstück machen könnten. Auch Dinge, wie zB. Gitarre spielen oder ein Waffeleisen reinigen, sowie das Beheizen unseres selbstgebauten Whirlpools standen mit auf unserer Wunschliste.

Da sie das ganze so umgesetzt haben, dass sie morgens um 4 Gitarre spielen kommen und uns aus unseren schönsten Träumen reißen und ein Frühstück servieren, dass vor lauter Chili nicht wirklich lecker war, musste eine Strafe her.

Das Banner wurde mit Wachsmalstiften auf einen Stofffetzen gemalt und auf ein selbstgebautes Mini-Floß verfrachtet.
Dieses wurde dann mitten auf den See herausgeschwommen und mit einem Stein und einer Schnur verankert.

Der anderen Gruppe, die am Strand ihre Stühle aufgebaut hatte um den Sonnenuntergang anzuschauen, haben wir vorsichtshalber gesagt, sie solle doch besser sitzen bleiben, auch wenn die Sonne bereits weg ist.
Das was ihnen geboten wurde überstieg den Sonnenuntergang laut ihren Aussagen um einiges.

Der Stamm, mit dem (bzw. ohne) Banner kam zum Strand und sah das schwimmende Banner.
Noch bevor man das Wort „Banner“ aussprechen konnte, waren zwei von ihnen splitterfasernackt ausgezogen und befanden sich bereits schwimmend auf dem Weg zu unserem Mini-Floß. Die Worte die über das Wasser gebrüllt wurden, nachdem sie an dem Floß angekommen waren, schreiben wir an dieser Stelle lieber nicht.

Zurück am Ufer haben wir sie mit Handtüchern empfangen und uns für später am Abend verabredet. Da haben wir ihnen ihr Banner zurückgegeben und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Unsere Kopie hängt jetzt bei ihnen zu Hause in einer Vitrine.


Jan Paschen
Leiter der Pfadfinderstufe DPSG Stamm Forstwald
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 04. Juni 2009 um 12:38 Uhr